DAS JUGENDREFERAT INFORMIERT

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 3 · September 2014

Junge Israelis in Gatteo a Mare

Ferien ohne Raketenbeschuß
Mehr als 4.500 abgeschossene Raketen auf die Zivilbevölkerung Israels und die ständige Angst zehntausender Menschen vor den tödlichen Geschossen waren Anlass für eine besondere Hilfsaktion der ZWST, die innerhalb weniger Tage und dank der finanziellen Unterstützung durch den Zentralrat der Juden und den Jüdischen Nationalfonds organisiert werden konnte: Junge Israelis aus den Kibbuzim Re´im und Kfar Aza konnten auf den Sommermachanot der ZWST eine unbeschwerte Ferienfreizeit verleben. Beide Kibbuzim liegen in der unmittelbaren Grenzregion zum Gazastreifen und gehören seit Beginn des letzten Konflikts am 8. Juli fast täglich zu den Raketenzielen der Hamas. Die Jugendlichen waren für 10 Tage Gäste im Max-Willner-Heim in Bad Sobernheim und im italienischen Gatteo, um sich vom Krieg zu erholen.
Roni (14) aus dem Kibbuz Kfar Aza erzählt: „Ich war gerade dabei meinen Rucksack zu packen, um mit meiner Familie auf unbestimmte Zeit den Kibbuz zu verlassen und zu meiner Tante zu fahren. Doch plötzlich kam die gute Nachricht, dass wir Gäste der ZWST in Italien sein dürfen. Zehn Tage lang waren wir aus dem täglichen Wahnsinn heraus. Wir hörten keine Sirenen und fühlten uns nicht wie Flüchtlinge! Und das Allerwichtigste: Wir konnten nachts ruhig schlafen!“ Mit den israelischen Gästen bekam das diesjährige Thema der Machanot „Anachnu“ („Wir“) seine ganz besondere Bedeutung. Im Rahmen eines vielfältigen Programms wurde für viel Spaß und Abwechslung gesorgt: In Italien Ausflüge nach Venedig, in den Freizeitpark Mirabilandia, Chillen am Meer, neue Leute kennenlernen, sich mit Gleichaltrigen austauschen. In Deutschland gab es für die Gruppe einen herzlichen Empfang in den jüdischen Gemeinden in Trier, Frankfurt und Köln. In der Synagogengemeinde Köln begrüßte der ZWST-Vorstandsvorsitzende Ebi Lehrer die Jugendlichen, ein Besuch im Kölner Schokoladenmuseum und des Freizeitparks „Phantasialand“ im benachbarten Brühl schlossen sich an. Auch der Tagesausflug nach Frankfurt bot eine ausgewogene Mischung: Bowling, Besuch der jüdischen Gemeinde mit einem Mittagessen im koscheren Restaurant Sohar und Stadtführung auf jüdischen Spuren mit Dr. Rachel Heuberger, Leiterin der Judaica-Abteilung der Unibibliothek. Der Friedhofsverwalter der Gemeinde, Majer Szanckower führte die Gruppe über den alten jüdischen Friedhof. Marc Grünbaum, Vizepräsident des Jüdischen Nationalfonds, freute sich, die israelischen Jugendlichen persönlich begrüßen zu können. Ein Besuch des Holiday-Parks in Worms, eine Schiffahrt auf dem Rhein und Klettern im Hochseilgarten in Bad Kreuznach rundeten das Freizeitprogramm ab. Lilach aus dem Kibbuz Re´im: „Während unseres Aufenthalts entdeckten wir immer mehr Parallelen zwischen den jüdischen Gemeinden in Deutschland und unserem Kibbuz. Wie z.B. der gemeinsame Eßsaal, das Machane, das Gemeinschaftsgefühl, die Liebe zur Natur und die Bereitschaft, etwas von sich zu geben.“
Roni freut sich über den guten Kontakt zwischen den israelischen und den deutschen jüdischen Jugendlichen: „Obwohl wir in anderen Ländern wohnen und verschiedene Sprachen sprechen, haben wir doch alle einen gemeinsamen Nenner: unsere jüdische Identität, die uns das Gefühl von Zusammengehörigkeit gibt. Wir berichteten von unserem Leben in Kfar Aza in Kriegszeiten und in ruhigeren Zeiten, und hörten von der täglichen Auseinandersetzung unserer Altersgenossen mit dem Antisemitismus in Deutschland und anderen Schwierigkeiten.“
Am 28.8. 2014 kehrten die Jugendlichen gestärkt und mit neuen Kräften nach Israel und ihre Kibbuzim zurück. Aus einem Dankesbrief der Israelis aus dem Kibbuz Re´im: „Der Empfang seitens unserer Gastgeber war überwältigend. Mit so viel Wärme hatten wir nicht gerechnet und die Tatsache, dass wir alle Juden sind, gab uns das Gefühl von Familie. Wir möchten uns beim Zentralrat der Juden in Deutschland, beim Jüdischen Nationalfonds KKL, allen Organisatoren, den Roshim und Madrichim und natürlich bei Beni Bloch, Yaki Hod (Israel) und der ZWST bedanken, die uns hierhergebracht haben, uns neue Welten eröffneten und uns ermöglichten, die jüdische Gemeinschaft in Deutschland kennenzulernen. Toda Rabba für alles!“ Die ZWST gibt das „Toda Rabba“ zurück: Auch für die deutschen Kinder und Jugendlichen war dieser Besuch eine Bereicherung. Die im Rahmen der Machanot entstandene Nähe und ein nicht alltäglicher Kontakt und Austausch ermöglichte es den deutschen Chanichim, aus erster Hand etwas über das Leben in Israel zu erfahren. Mit Blick auf das bevorstehende Rosh Hashana wünscht die ZWST den Jugendlichen beider Kibbuzim und allen Menschen in Israel baldigen Frieden und ein gesegnetes Neues Jahr. Schana Towa, ZWST Fotos: Synagogengemeinde Köln, Arthur Bondarev

Im Phantasialand in Brühl (bei Köln)

Vorne: Madrichim Arthur Bondarev und Dalia Grinfeld

In der Synagogengemeinde Köln mit Ebi Lehrer (ZWST-Vorstandsvorsitzender), Michael Licht (Vorstandsmitglied ZWST u. Vors. des Gemeinderates SGK), Gemeinderabbiner J. Engelmayer (v.re.)

Junge Israelis in Bad Sobernheim

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