DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 3 · September 2014

Unterwegs in der Düsseldorfer Altstadt

„Mit Selbsthilfe den Alltag meistern“

Fachaustausch der jüdischen Gemeinden Düsseldorf und Wiesbaden

„Mit Selbsthilfe den Alltag meistern“ – unter diesem Motto fand vom 4. bis 6. Juli 2014 zum ersten Mal ein Erfahrungsaustausch von Interessierten aus Hessen und der Selbsthilfegruppe Düsseldorf statt. Dieses Treffen wurde von der ZWST und den jüdischen Gemeinden Wiesbaden und Düsseldorf gemeinsam organisiert und von der Aktion Mensch e.V. gefördert.

Schon am ersten Tag wurden in vertrauter Atmosphäre viele Fragen diskutiert: Wie sieht der Alltag von Selbsthilfegruppen aus, wie arbeiten und was bewirken sie?  Wie kann man Selbstvertrauen und Mut entwickeln und sich gegenseitig unterstützen? Mit einen Film über die Aktivitäten der Düsseldorfer SHG und einem gemeinsamen Schabbat konnte dieser erste Tag entspannt ausklingen.

Zentraler Inhalt des zweiten Tages waren die Wohnformen für Menschen mit einer geistigen und/oder psychischen Behinderung, ein für die Angehörigen oft sehr schwieriges und emotional berührendes Thema. Im Nelly-Sachs-Haus, dem Seniorenzentrum der jüdischen Gemeinde Düsseldorf, hatte man genügend Zeit, sich mit drängenden Fragen auseinanderzusetzen, z.B.:

- Passt die Form des ambulant betreuten Wohnens für Menschen mit einer psychischen  Erkrankung?

- Kann ein psychisch kranker Mensch alleine leben, wenn er nicht in der Lage ist, manche Situationen richtig einzuschätzen und mit ihnen umzugehen?

- Wie geht man mit der Situation um, wenn sehr verschiedene Menschen in dieser Wohnform zusammenkommen?

Seit Beginn des ZWST-Projektes „Integration von Menschen mit Behinderung“ im Jahr 2005 kann man einen Paradigmenwechsel im Bewusstsein der Angehörigen beobachten: Immer mehr Eltern haben Vertrauen und können sich inzwischen vorstellen, ihre erwachsenen Kinder mit Behinderung eigenständig in einer Einrichtung wohnen zu lassen.  Dieser „Abnabelungsprozess“ ist nicht selbstverständlich für Menschen, die aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion zugewandert sind. Dort gilt Behinderung bis heute als ein Makel, öffentliche Programme und Initiativen für eigenständige Wohn- und Lebensformen befinden sich im Unterschied zu westlichen Ländern am Anfang.

Dieses Treffen kann dank der guten Kooperation zwischen ZWST und den beiden Gemeinden in Düsseldorf und Wiesbaden als ein gelungener Fach- und Meinungsaustausch zwischen Gleichgesinnten bewertet werden. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Organisatoren bedanken und natürlich auch bei den  Teilnehmern, ohne deren Mitwirkung der Austausch nicht diese Intensität erreicht hätte.

Natascha Poltawez, ZWST

„Integration von Menschen mit Behinderung“

 

Projektleitung:

Dr. Dinah Kohan

kohan@zwst.org

 

Kontakt und Info:

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T.: 069 / 944 371-19

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