DAS SOZIALREFERAT INFORMIERT

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 3 · September 2014

Erholsam und kraftstärkend - Programme für Körper und Seele im Kurhotel Eden-Park Mittlerweile hat die ZWST rund zwei Drittel ihrer Seniorenerholungen im Eden-Park für das Jahr 2014 durchgeführt, bis Ende August haben 709 Gemeindemitglieder aus ganz Deutschland das „Gasthaus Eden-Park“, wie es unlängst 2 Teilnehmerinnen bezeichneten, besucht. Es ist ein Grundanliegen der ZWST, älteren Menschen im Eden-Park eine Freizeit in jüdischer Atmosphäre zu bieten, die Entspannung mit einem Weiterbildungs- und Unterhaltungsprogramm kombiniert. Für viele Senioren ist es eine bezahlbare Möglichkeit, sich von einem manchmal beschwerlichen Alltag zu erholen und neue Freundschaften zu schließen. Nadezda Munits (68, Bonn), Teilnehmerin am ersten Turnus vom 27. Januar bis 10. Februar 2014 lobt dieses Konzept der Seniorenerholungen, einen Erholungsaufenthalt zu verbinden mit der Möglichkeit, „… unsere jüdische Tradition zu erfahren und zu praktizieren, die wir in unserer alten Heimat nicht so nah erleben konnten und die manche von uns verloren haben.“ Auch die warme, familiäre Atmosphäre gehört zu diesem Konzept, was man nicht theoretisch planen kann, sie wird geschaffen durch ein professionelles und erfahrenes Leiter- und Betreuerteam: „Tirza Hodes und Polina Flihler ist es gelungen, sehr unterschiedliche und einander fremde Leute zusammenzubringen. Wir fühlten uns verbunden durch unsere Vergangenheit, Herkunft und die gemeinsame Geschichte unseres Volkes.“ Seit einigen Jahren organisiert die ZWST Seniorenerholungen für bestimmte Zielgruppen: für Überlebende des Holocaust, für alteingesessene, deutschsprachige Senioren, Kriegsveteranen aus der ehemaligen SU, Mitglieder des jüdischen Frauenbundes oder auch größere Gruppen aus einzelnen Gemeinden bzw. Landesverbänden, z.B. ehrenamtlich Engagierte, die dann als Gruppe nach Bad Kissingen fahren. Fast in allen Seniorenfreizeiten finden sich Teilnehmer, die an der Front gekämpft, die Leningrader Blockade, das KZ oder Ghetto überlebt haben. Doch die Erholungen für spezifische Zielgruppen unterscheiden sich durch die gezielte Ansprache und ein auf die Teilnehmer abgestimmtes Programm. Vom 21.05. bis 03.06. hat die ZWST eine Freizeit für alteingesessene, deutschsprachige Juden durchgeführt, geleitet von Tirza Hodes und Natalia Gutman. Diese Gruppe wird immer kleiner, es handelt sich um deutsche Juden oder Juden, die vor 1989 nach Deutschland gekommen sind und fast nur noch im Westen Deutschlands leben. In diesem Jahr trafen sich 38 Senioren aus Berlin, Frankfurt, Offenbach, Hamburg, NRW, München und Saarbrücken in Bad Kissingen. Für Ingrid Brandt (78, Frankfurt) war es eine Premiere: „Ich kenne das Eden-Park von Kurzbesuchen Anfang der 90er Jahre, als meine Mutter hier an Seniorenerholungen der ZWST teilgenommen hat. Auch habe ich in früheren Zeiten an einem ´Bridge-Kurs` der ZWST im Eden-Park teilgenommen, das habe ich dort gelernt und spiele es bis heute. Aber für mich war es das erste Mal, dass ich an einem Gruppenaufenthalt teilnahm, daher fuhr ich zunächst mit gemischten Gefühlen nach Bad Kissingen. Doch meine Skepsis war schnell verflogen: Man lernte sich schnell kennen, die deutsche Sprache hat uns verbunden, ich habe hier sogar eine neue Freundin gefunden! Auch hat man sich umeinander gekümmert, so dass niemand allein blieb. Die immer liebevoll und festlich gedeckten Tische waren ein Symbol für die warme und gastfreundliche Atmosphäre. Und das vielfältige Programm hat uns auf Trab gehalten, es gab keine Zeit für Langeweile. Wir haben uns vorgenommen, nächstes Jahr wieder dabei zu sein! “ Zum Programm gehörten gemeinsame Schabbatfeiern, Vorträge, Stadtrundfahrten in Bad Kissingen mit Synagogenbesuch, ein Ausflug nach Würzburg mit Besuch der dortigen Gemeinde, viel Musik, Gesang und Tanz und die Möglichkeit, einen Hebräisch-Kurs zu besuchen. Horst Selbiger, Ehrenvorsitzender der Child Survivors e.V. (86, Berlin), zum 2. Mal dabei, bringt es auf den Punkt: „14 Tage sind wieder einmal wie im Sturm vergangen. Wir haben gesungen mit Elik und Galina, haben Luftsprünge gemacht mit Marinas Tanzgruppe aus Dortmund und hebräisch gepaukt mit unserer geliebten Tirza, und wir haben wunderschöne Schabbatot gefeiert! Wir wurden bedient wie Feudalherren und Edelfrauen von dem liebgewonnenen Personal des Eden-Parks, alle Wünsche wurden uns erfüllt. Es war erholsam und kraftstärkend. Habt Dank, Ihr von der ZWST, die uns das ermöglichen. Was bleibt da noch zu wünschen übrig? Eigentlich nur besseres Wetter und Sonnenschein – leider ist die ZWST dafür noch nicht zuständig. Wir haben uns schätzen und lieben gelernt, jeder Tag war ein Erlebnis. Toda Raba! Wenn ich kann und darf, komme ich wieder und wir treffen uns hier im schönen Eden-Park.“
Judith Brief (87), Besucherin des Treffpunktes für Überlebende in Frankfurt, war auch früher schon zu Besuch im Eden-Park: „Das Kurheim Eden ist ein Begriff! Früher habe ich hier mit meinem Mann Pessach gefeiert und Urlaubstage verbracht. Jetzt komme ich alleine dank der Seniorenwochen der ZWST. Ich schätze mich glücklich, dass ich das erleben darf. Bei Ankunft kommen wir ´heim` und fühlen uns ´Daheim`. Die Leitung, das Personal, die Gesellschaft, das koschere Essen, unsere Zimmer, alles ist tadellos. Und nicht zu vergessen, unser Betreuerteam, unsere liebe Tirza und Natalja, die es verstehen, aus einer Gruppe eine Einheit, eine Familie zu machen. Wir werden liebevoll versorgt und betreut, haben Programm für Geist und Seele und sind ein Kreis glücklicher, lachender und zufriedener Menschen. Danken darf ich dafür der ZWST, dass uns dieser Aufenthalt ermöglicht wird. Schalom!“ Liesel Binzer (76, Offenbach), auch Treffpunktbesucherin, schließt sich an: „Wir sind voller Lob über die perfekte Organisation, die jüdische Atmosphäre und das gute Essen - Diät kann man hier nicht machen. Besonders schön war, dass wir viel gelacht haben – wo herrscht sonst so viel Fröhlichkeit? Sowohl Tirza als auch Rabbiner Soussan und Benni Pollak, die die Schabbattage leiteten, haben nicht nur unser religiöses Leben bereichert, sondern auch jüdische Witze erzählt. Zwei erlebnisreiche Wochen sind nun vorbei – schade! Ich würde gerne wiederkommen! Schalom we lehitraot.“
Die ZWST freut es, dass hier zunehmend der „multiplikatorische Effekt“ zum Tragen kommt, Teilnehmer werben in ihren Gemeinden, in ihrem Freundeskreis und familiären Umfeld für dieses Angebot für deutschsprachige Juden. Uns bleibt nur noch hinzuzufügen, dass Tirza Hodes, die schon unzählige Erholungen geleitet hat und viele Menschen, ob jung oder alt, zum Tanzen bringt, am 21. Juli ihren 92. Geburtstag gefeiert hat. Mazel Tov, Tirza! HvB, ZWST
Fotos: Natalia Gutman ﷯ ZWST dankt der Deutschen Fernsehlotterie
"Ein Los kann viel bewegen" - unter diesem Motto lädt die Deutsche Fernsehlotterie in ihrer neuen Kampagne die Menschen dazu ein, zu gewinnen und gleichzeitig zu helfen. Dass ein Los viel bewegen kann, belegen die Förderzahlen für das 1. Halbjahr 2014 eindrucksvoll: Bundesweit konnte die Fernsehlotterie über ihre Stiftung Deutsches Hilfswerk 22 Mio.€ an insgesamt 122 gemeinnützige Projekte ausschütten. Davon konnten auch die Seniorenerholungen im Kurhotel Eden-Park, die Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche sowie die Bildungsarbeit der ZWST profitieren. ﷯

Herzlich willkommen im Eden-Park!

 

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Larissa Karwin

Tel.: 069 / 944 371-22

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