ZWST informiert: Neue Kooperation

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 4 · Dezember 2014

Bernd Pastors, Vorstandsvorsitzender Aktion Deutschland Hilft (li.) mit Ebi Lehrer, Vorstandsvorsitzender der ZWST bei der offiziellen Aufnahme des neuen Bündnismitgliedes, Foto: ADH

ZWST ist neues Mitglied im Bündnis
„Aktion Deutschland Hilft“

Seit Juli 2014 ist die ZWST neues Mitglied von „Aktion Deutschland Hilft“. Aktion Deutschland Hilft ist das 2001 gegründete Bündnis von 13 Mitgliedern, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Die beteiligten Organisationen führen ihre langjährige Erfahrung in der humanitären Hilfe zusammen, um so die bisherige erfolgreiche Arbeit weiter zu optimieren. In der akuten Phase großer Katastrophen im Ausland wendet sich Aktion Deutschland Hilft mit einem gemeinsamen Spendenaufruf an die Öffentlichkeit.

„Unser Leitbild ergibt sich aus dem hebräischen Begriff ´Zedaka` und steht für das jüdische Verständnis von Wohltätigkeit. Wir agieren als Förderer, Unterstützer und Betreuer, jetzt gerne auch im Verbund mit Aktion Deutschland Hilft“, erklärt Ebi Lehrer, Vorstandsvorsitzender der ZWST. Im Sommer 2014 kam diese neue Mitgliedschaft direkt nach der Aufnahme in das Bündnis während des kriegerischen Konfliktes in Israel zum Tragen. Im südlichen Israel konnte die ZWST Kinder und Jugendliche aus der israelischen Grenzregion Otef Aza psychosozial betreuen und die Errichtung und Installation mobiler Bunker unterstützen.

Bei der ZWST ist Aron Schuster Ansprechpartner für alle gemeinsamen Aktivitäten mit dem Bündnis. Der stellvertretende Direktor der ZWST freut sich über den Spendeneingang, mit dessen Hilfe die ZWST die oben genannte Hilfe in Gang setzen konnte: „Die Mitgliedschaft im Bündnis unterstützt uns, als kleiner Wohlfahrtsverband, effektiver helfen zu können.“

Die ZWST im Gespräch mit Bernd Pastors, dem Vorstandsvorsitzenden des Bündnisses:

Sehr geehrter Herr Pastors, durch unsere Mitgliedschaft vereint das Bündnis jetzt 3 Weltreligionen unter seinem Dach. Was bedeutet das für Sie?

Unabhängig  von politischen, religiösen oder kulturellen Anschauungen helfen unsere Mitgliedsorganisationen nach Katastrophen Menschen in Not. Wir tun das als christliche Organisationen  in muslimischen Ländern, etwa in Pakistan oder Indonesien. Auch haben wir seit einigen Jahren Islamic Relief Deutschland als muslimische Organisation im Bündnis. Tatsächlich fehlte uns da noch ein wichtiger Partner: Eine jüdische Organisation, um ganz deutlich zu machen, dass unsere Hilfe jenseits von Religion oder Grenzen liegt. Das wurde auch gleich im ersten gemeinsamen Einsatzfall im südlichen Israel und Gaza deutlich.

Können Sie uns genauer beschreiben, was das Bündnis Aktion Deutschland Hilft auszeichnet?

Wir decken die gesamte Bandbreite der Not- und Katastrophenhilfe ab. Dass sich die Schwerpunkte der Organisationen - medizinische Hilfe, Häuserbau bis hin zu Traumabehandlung - zu diesem Gesamtbild zusammenfügen, ist sicherlich das augenfälligste Charakteristikum. Wir sind aber auch hier in Deutschland eine Austauschplattform,   mehrmals im Jahr treffen sich die Experten der Organisationen. Projektleute kümmern sich beispielsweise um Einschätzungen der humanitären Lage weltweit oder bedarfsgemäße Trainings für die Mitarbeiter. Der Arbeit in Katastrophengebieten und dem Austausch hier liegt dabei der Gedanke ´Gemeinsam schneller helfen` zugrunde.

Wie hilft das Bündnis in den von der Ebola-Seuche betroffenen Regionen?

Der Fokus der Maßnahmen unserer Organisationen richtet sich darauf, die Auswirkungen von Ebola zu verringern und einer weiteren Verbreitung vorzubeugen. Im Vordergrund steht dabei die Aufklärung der Bevölkerung, z.B. mithilfe von Straßentheater, Hörspielen oder Radiosendungen. Ebenso wichtig ist die Durchführung von vielfältigen Hygienemaßnahmen. In Monrovia betreuen ADRA und action medor jeweils ein Krankenhaus mit Isolierstation für infizierte Patienten.

Die Aktion Deutschland Hilft ist auch in Regionen aktiv, die zurzeit keine Schlagzeilen bekommen. Könnten Sie uns hier ein Beispiel nennen?

Diese Länder sind ein besonderes Anliegen der einzelnen Mitgliedsorganisationen, wir sprechen beispielsweise von Gewalt im Kongo, Versorgungsnöten in Zimbabwe oder Armut in Myanmar. Gerade für diese Länder ist auch Katastrophenvorsorge von besonderer Bedeutung. Hätte es in Haiti vor dem Erdbeben 2010 mehr Vorsorgeprojekte gegeben, wären viel weniger Menschen an den Folgen des Erdbebens gestorben.  – Mit derartigen Maßnahmen, wollen wir die Menschen in schwächeren Ländern, die aufgrund von Armut, mangelnder Bildung oder einfach aufgrund der geographischen Lage Katastrophen besonders ausgesetzt sind, stark machen. Stark machen, sich selbst zu helfen, damit wir bei einer nächsten Katastrophe weniger Nothilfe leisten müssen.

Vielen Dank!  HvB, ZWST

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