Das Sozialreferat informiert: Behindertenprojekt

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 4 · Dezember 2014

Förderanträge bei Aktion Mensch e.V.: einfacher als man denkt

Ein wichtiger Schlüssel zur Inklusion sind Begegnungen. Sie führen zu Austausch, verändern Sichtweisen und bauen Barrieren und Vorurteile ab. Das zeigen auch die vielen Projekte der ZWST und ihrer Mitgliedsorganisationen, die bisher gemeinsam mit der Aktion Mensch realisiert werden konnten. Dazu gehören die Ehrenamtsprojekte in den jüdischen Gemeinden ebenso wie die inklusiven Bildungs- und Freizeitangebote, der neue Kleinbus oder Fahrstuhl im Gemeinde- und Kulturzentrum oder das Empowerment-Projekt, das Familien mit Migrationshintergrund und ihre Angehörigen mit Behinderung befähigt, die Unterstützungsangebote in ihrer Umgebung wahrzunehmen. Deshalb: nutzen auch Sie die Förderangebote der Aktion Mensch und stellen Sie einen Antrag!

Worauf es dabei ankommt, lesen Sie im Interview mit Dinah Kohan, Leiterin des ZWST-Projekts „Integration von Menschen mit Behinderung“:

Welche Angebote fehlen in den jüdischen Gemeinden am meisten für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen?

"Menschen mit Behinderung müssen noch sehr viel stärker als bisher in den Gemeinden präsent werden. Deshalb müssen wir einerseits bei den Gemeinden darum werben, sie einzubeziehen. Und andererseits Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen dazu befähigen, aktiv auf die Gemeinden zuzugehen und deren Angebote wahrzunehmen. Deshalb sind vor allem niederschwellige Angebote wie Selbsthilfegruppen oder inklusive Aktivitäten wie gemeinsame Grillnachmittage, Kunstworkshops oder Ausflüge wichtig."

Wie kommt man zu einer Förderung?

"Relativ schnell und unbürokratisch lassen sich mit der Förderaktion der Aktion Mensch kleinere Projekte realisieren. Mit bis zu 5.000 Euro werden Aktionen unterstützt, die einen Beitrag zur Inklusion leisten. Das ist ein guter Einstieg, Eigenmittel sind dabei nicht nötig. Danach lassen sich auch größere Projekte anstoßen. Etwa ein gemeinsames Wohngruppen- oder ein breiter angelegtes Empowerment-Projekt. Zusammen mit der Aktion Mensch informieren meine Kollegen und ich auch im nächsten Jahr verschiedene Multiplikatoren in der jüdischen Gemeinschaft persönlich über die verschiedenen Fördermöglichkeiten."

Wie kompliziert ist es, einen Antrag zu stellen?

"Im Vergleich zu anderen Verfahren, zum Beispiel EU-Anträgen, ist die Antragstellung relativ gut verständlich und einfach. Wer sich für die erwähnte Förderaktion ´Noch viel mehr vor` der Aktion Mensch interessiert, findet die Infos auf der Website. Bei Schwierigkeiten helfen ich und meine Kollegen gerne weiter, wir beantworten alle Fragen - vor, während und nach der Antragstellung."

Wie lange dauert es durchschnittlich, bis ein Antrag bewilligt wird?

"Erfahrungsgemäß liegt die Zeitspanne für Projekte der Förderaktion etwa bei 5 bis 6 Monaten. Wenn eine Gemeinde es möchte, kann sie schon nach der Antragsannahme durch die Aktion Mensch auf eigenes Risiko beginnen zu arbeiten.“

Welchen Ratschlag möchten Sie potenziellen Antragstellern mit auf den Weg geben?

"Probieren Sie es einfach! So viele Mitarbeiter in den Gemeinden haben gute Ideen. Schon mit einem kleinen Projekt kann man viel bewirken, anderen Leuten Freude bereiten und etwas für die Gemeinschaft tun. Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf!"

Vielen Dank, Frau Kohan.

Interview: Aktion Mensch e.V.

 

Die Antragstellung der Aktion Mensch erfolgt über ein Online-Verfahren. Es begleitet Sie Schritt für Schritt durch die Antragstellung und gibt erläuternde Hinweise. Informationen zum Antrag:  www.aktion-mensch.de/foerderprogramme

 

Sie haben  Fragen?

Dinah Kohan

kohan@zwst.org

 

Aktion Mensch:

T.: 0228/2092-5000, foerderung@aktion-mensch.de

 

Projekte für und mit Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen

Im Jahr 2014 konnten zwei neue, von der Aktion Mensch geförderte Projekte auf den Weg gebracht werden:

„Stärkung der Menschen mit Autismus und der Selbsthilfe für betroffene Familien in Hessen und angrenzenden Regionen“

Das Projekt vermittelt Informationen an die Betroffenen und ihre Angehörigen, stärkt die Vernetzung der Angehörigen untereinander und fördert die Kontakte zu verschiedenen Hilfsorganisationen. Die Betroffenen und ihre Angehörigen sollen befähigt werden, sicherer mit der Diagnose und den Hilfesystemen umgehen zu können.

„Stärkung der Selbstbestimmung russischsprachiger Menschen mit einer psychischen Erkrankung und ihrer Familien in NRW und Rheinland-Pfalz“

Das Projekt vermittelt Informationen zu Fragen des alltäglichen Lebens: Arbeiten, Wohnen, Freizeit. Professionelle Ansprechpartner geben Hilfestellungen, um den Betroffenen mehr Sicherheit im Umgang mit ihren Angehörigen und ihrer Lebensumwelt zu geben und fördern den kontinuierlichen Kontakt und Austausch.

 

Informationen in russischer Sprache:

www.psychiatrie.de/bapk/publikationen/basisru/

 

Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V. (BApK)

Selbsthilfeorganisation und Solidargemeinschaft von Familien mit psychisch Kranken

 

 

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