Das Sozialreferat informiert: Behindertenprojekt

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 4 · Dezember 2014

Kunstfreizeit für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen

Vom 20.10.14 bis 27.10.14 war es wieder so weit, Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen fanden sich im Max-Willner-Heim in Bad Sobernheim zusammen, um eine abwechslungsreiche Woche in familiärer jüdischer Atmosphäre mit Freunden und Gleichgesinnten zu verbringen.

Seit 2004 bietet die ZWST Bildungsfreizeiten für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen an. In diesem Herbst trafen sich rund 70 Teilnehmer, davon 14 „Neulinge“ aus Marburg, Schwerin, Frankfurt, Dessau und Osnabrück. Das Betreuer-Team wurde durch 5 neue Ehrenamtliche verstärkt.

Mit ihren kreativen Schwerpunkten fördern diese Freizeiten die Ressourcen der Teilnehmer mit Behinderung. Wie immer sehr gut besucht war der Workshop „Kunst und Gestaltung“, in dem die Teilnehmer mit Behinderung unter professioneller Anleitung von Judith Tarazi (ZWST Kunstatelier „Omanut“/Berlin), Rina Nentwig (freie Künstlerin) und Costa Bernstein (IB Kunstatelier „Eastend“/Frankfurt) künstlerisch aktiv wurden. Auch der spielerische Deutschunterricht mit Keren Kotlyarevskaya stieß auf große Begeisterung. Lebendiger israelischer Tanz und Gesang mit der Tanzlehrerin Tirza Hodes und der Musiklehrerin Marina Zissmann brachte bisher verborgene Fähigkeiten zum Vorschein. Das Sportangebot mit Ariel Keselman (TUS Makkabi Dortmund e.V.), Spaziergänge und ein Besuch des Freilichtmuseums von Bad Sobernheim sorgten für Entspannung und Bewegung.

Wichtig für die Angehörigen war ein Workshop zu aktuellen sozialrechtlichen Fragen mit Natascha Poltawez und Jana Stachevski (Sozialarbeiterinnen der ZWST). Die Psychologin Florina Gendler (Psychologischer Dienst der Jüdischen Gemeinde Dortmund) leitete eine Gesprächsrunde zu Fragen der Konfliktbewältigung und bot individuelle Beratung an. Weiterhin gab es die Gelegenheit für einen Erfahrungsaustausch der Selbsthilfegruppen aus Düsseldorf, Frankfurt und Recklinghausen mit Jana Stachevski.

In einer Gesprächsrunde mit Dr. Michael Bader, wissenschaftlicher Begleiter des Behindertenprojektes der ZWST, ging es um den „Ablösungsprozess“ der oft schon erwachsenen Kinder von ihren Eltern, die sich in der Mehrheit im Seniorenalter befinden. Hier appellierte Dr. Michael Bader an die Eltern, ihren Kindern mehr zuzutrauen und ihre Potentiale zu erkennen, um gemeinsam auf ein selbstbestimmtes Leben hinwirken zu können.

Ein unvergesslicher musikalischer Abend mit Elik Roitstein, humorvolle kleine Theaterstücke unter der Regie von Pinchas Kranitz  und das von den Teilnehmern grandios vorbereitete Abschlusskonzert sorgten für viel Spaß und Unterhaltung. Nach 6 erlebnisreichen Tagen war der gemeinsame Shabbat mit Rabbiner Baruch Babaev (JKG Dortmund) einer der Höhepunkte der Freizeit. Alle Teilnehmer konnten die spirituelle Stimmung, ein festliches Essen und das gemeinsame Singen jüdischer Lieder genießen.

Am Ende fanden die Eltern eindringliche Worte der Dankbarkeit und betonten die Bedeutung dieser Freizeiten. Sie erhalten hier neue Impulse für ihre Zukunftsperspektiven und erleben die Fortschritte ihrer Kinder.

Die Organisation dieser beliebten und erfolgreichen Freizeiten wird durch die Förderung der Aktion Mensch e.V. ermöglicht.

Natascha Poltawez, ZWST, Fotos: Judith Tarazi, ZWST, Margaryta Makarova, Teilnehmerin

 

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