ZWST informiert:  Tagung Perspektivwechsel

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 4 · Dezember 2014

Fachtagung „Praxiswelten“

Fachtagung in Thüringen „Praxiswelten“

Zwischenräume der Veränderung - neue Wege zur Kompetenzveränderung

Vom 01. bis 02. Dezember hat sich die Fachtagung „Praxiswelten“ der ZWST mit Bildungsansätzen befasst, die in einer pluralistischen Einwanderungsgesellschaft die Anerkennung von Vielfalt ermöglichen und vorantreiben können. Die 7. Fachtagung im Rahmen des Projektes „Perspektivwechsel“ ermöglichte einen Einblick in die aktuell laufenden fachwissenschaftlichen Debatten rund um diversitätsorientierte und diskriminierungskritische Bildungsarbeit und lud alle Interessierten dazu ein, selbstreflexive Bildungsansätze zu diskutieren.

Reflexions- und Erfahrungsräume

Ein Schwerpunkt war die Arbeit in Kleingruppen: Das Konzept der „Dialogischen Reflexionsräume“ bot einen Raum für Reflexion und Diskussion über die eigene Motivation sowie Fragestellungen zu diesem Themenfeld. Dort ging es vor allem um die Erfahrbarkeit des projekteigenen Reflexionsansatzes. Im anschließenden Vortrag wurde versucht, den Ansatz theoretisch zu fundieren und im Rahmen eines Podiumsgesprächs zur Diskussion zu stellen. Die „Thematischen Erfahrungsräume“ hatten inhaltlich-methodische Schwerpunkte, wie z.B. der Anti-Bias-Ansatz als interdisziplinäres Konzept für Multiplikatoren. Ein weiteres Workshop thematisierte die Machtverhältnisse im Kontext sozialer Arbeit. Im Workshop „New Faces“ ging es um ein interkulturelles Projekt zur Arbeit mit Jugendlichen zu aktuellem Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft. In der Gruppe „Ost-West-Perspektiven“ wurden unterschiedliche Bildungsansätze diskutiert. Insbesondere in den Gruppenphasen konnten die Experten und Praktiker ins Gespräch darüber kommen, wie problematische Einstellungen, Verhaltensdispositionen sowie diskriminierende Strukturen pädagogisch wirksam bearbeitet werden können. In diesem Zusammenhang war der Ansatz der Selbstreflexion sowie Multiperspektivität sehr bedeutsam, da der Umgang mit Vielfalt aufs Engste mit der eigenen Identität und dem gesellschaftlichen Selbstbild verbunden ist. Die Tagung bot auch die Gelegenheit, das dokumentarische Theaterstück „Asylmonologe“ zu erleben und eigene Perspektiven auf die gesellschaftspolitische Situation im Umgang mit Flüchtlingen im anschließenden Publikumsgespräch zu diskutieren.

Für eine gerechte und demokratische Gesellschaft - gegen Diskriminierung jedweder Art

Die ZWST setzt sich neben ihren sozialen Aufgaben für die Entwicklung einer gerechten und demokratischen Gesellschaft ein. Im Rahmen dieses Engagements entstand das Projekt „Perspektivwechsel“, das vor allem in Thüringen seit 2007 breitflächig umgesetzt wird. Es richtet sich an Lehrer, Sozialarbeiter, Mitarbeiter der Verwaltungen und Behörden, Studierende und andere Interessierte und ermöglicht Fort- und Weiterbildungen im Bereich der gesellschaftspolitisch orientierten Bildungs- und Sozialarbeit. Das Projekt wurde bis Ende 2014 gefördert durch den Bund (Programm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“), das Thüringer Sozialministerium und arbeitet seit vielen Jahren in enger Kooperation mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm). Diese Kooperationen sind enorm wichtig, denn jegliche Veränderungen setzten strukturelle Resonanzen und fachliche Unterstützung voraus.

Dank an alle Partner

Diese Konferenz zog Bilanz aus den zurückliegenden Projektjahren und war gleichzeitig eine Plattform für fachliche Diskussionen und kollegialen Kontakt und Austausch.

Wir freuen uns sehr, dass rund 100 Teilnehmer den Weg in die Tagungs- und Begegnungsstätte Zinzendorfhaus in Neudientendorf gefunden haben. Im Rahmen der Vorträge, aber auch in den Kleingruppen konnten wir ein gemeinsames Verständnis für diese Themen und Ansätze entwickeln und anregende Gespräche führen. An dieser Stelle danken wir unseren Partnern und Unterstützern, die diese Veranstaltung ermöglicht haben: dem Bund, dem Thüringer Sozialministerium, dem  Thillm sowie allen anderen Partnerorganisationen und unserer  engagierten Projektgruppe.

Marina Chernivsky, Projektleiterin, Fotos: Rafael Herlich   www.foto-herlich.de

Info: www.zwst-perspektivwechsel.de

 

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