Das Jugendreferat informiert: Taglit

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 4 · Dezember 2014

„Taglit Birthright Israel“: ein Geschenk für alle Juden zwischen 18 und 26

„Unbeschreiblich, unvergesslich! Die beste Reise meines Lebens!“, berichtet Philipp Komaromi, Teilnehmer an einer ganz besonderen Taglit-Reise nach Israel unter dem Motto ´Anachnu - Wir`.

Eine Taglitreise ist an sich schon etwas Außergewöhnliches: Das Projekt ´Taglit - Birthright Israel` beruht auf der Idee, dass jeder junge jüdische Erwachsene zwischen 18 und 26 Jahren das Geburtsrecht hat, wenigstens einmal in seinem Leben Israel zu besuchen. Allen jungen Juden weltweit wird ein Geschenk gemacht: eine kostenlose Bildungsreise nach Israel, einschließlich Flug, Unterbringung, Führungen und Ausflügen sowie kultureller Aktivitäten. Seit 2012 sind die ZWST und der Zentralrat der Juden Partner von Taglit in Deutschland. Die ZWST ist die Anlaufstelle für Taglit und damit auch die erste Adresse für potentielle Teilnehmer, sie ist das Bindeglied zwischen Taglit und den 3 Reiseveranstaltern (EZRA, Israel Experience, Tlallim). Im Sommer 2014 wurden 8 Reisen mit 180 Teilnehmern organisiert.

Alle Taglitreisen dieses Sommers fanden aufgrund der Zuspitzung des Raketenbeschusses durch die Hamas zu einem politisch heiklen Zeitpunkt statt. Daher legte ´Taglit Birthright Israel` besonderen Wert auf die Sicherheit aller Teilnehmer, z.B. war jede Gruppe mit einem Peilsender ausgestattet, um durchgehend den Kontakt zur Gruppe aufrecht zu erhalten.

Doch diese Taglit-Reise vom 04. bis 14. August war noch aus einem anderen Grund einzigartig: Alle waren ehemalige Teilnehmer der ZWST-Ferienfreizeiten und kannten sich fast alle schon vor der Reise. Auch wir Betreuer, Arthur Bondarev und Konstantin Shuxtelinsky, waren mit den Chanichim vertraut. Diese besondere Konstellation der Gruppe bestimmte durchgehend das atemberaubende Feeling und die überwältigende Atmosphäre.

Michael Gutmann, erstmals in Israel, betont: „Als wir aus dem Flugzeug ausstiegen, hätte ich nicht erwartet, dass an der ersten Tür eine Mesusa hängen würde. So hatte ich gleich das Gefühl, zu Hause zu sein.“ Dieses heimische Gefühl blieb die gesamten 10 Tage der Reise. Jeden Tag erkundeten die Teilnehmer neue Orte: Ob mit Übernachtung in einem Vier-Sterne-Hotel in Haifa mit Ausblick auf den Carmel und das Mittelmeer, in einem Zelt bei den Beduinen in der Negev-Wüste oder in einem Kibbuz-Bungalow - die Teilnehmer sollten während der gesamten Reise viele Facetten Israels kennenlernen. Die Gruppe hatte zunächst die Gelegenheit, Haifa mit seinen Bahai-Gärten, Tiberias und den Kinneret sowie die üppige Landschaft des Nordens in einem Naturreservat zu entdecken. Einen ganzen Vormittag leisteten die Teilnehmer Freiwilligendienst, in dem sie Paprikaschoten für bedürftige Familien ernteten. Auf diese Weise sollten den Teilnehmern die Ideale der Kibbuzim bei Staatsgründung näher gebracht werden.

Nach diesem beeindruckenden Auftakt im Norden des Landes ging es Richtung Süden weiter. Bei den Beduinen in der Negev-Wüste bekamen die Teilnehmer Einblicke in die Kultur und Traditionen einer der vielen Minderheiten in Israel. „Leben dieser Art in der Negev-Wüste gibt es schon seit mehreren Jahrhunderten“, berichtete unser arabisch-israelischer Busfahrer Bilal Mahagny. Am Toten Meer besichtigte die Taglitgruppe die Ahava Kosmetikfabrik und erkundete bei Sonnenaufgang die jahrtausendealte Verteidigungsanlage Masada, mit atemberaubendem Ausblick auf die jordanische Halbinsel Lisan. Auf dieser Reise hatte jeder Teilnehmer seinen ganz besonderen Moment. Doch waren sich alle darüber einig, dass der gemeinsame Shabbat in Jerusalem den absoluten Höhepunkt markierte.

Auch wenn diese Reise zu kurz war, um Israel in seiner ganzen faszinierenden Vielfalt zu erfassen, haben die Teilnehmer ein Spektrum an Einblicken gewonnen, die man bei einer ´normalen` Reise nicht bekommt.

Arthur Bondarev, Madrich,  Fotos: Arthur Bondarev, Konstantin Shuxtelinsky

 

Info Taglit:

www.zwst.org/de/taglit

 

Ansprechpartner bei der ZWST: Alex Bondarenko

T.: 069 / 944371-18,  bondarenko@zwst.org

 

 

Taglit - Nachtreffen 2014

Vom 19.09 bis zum 21.09. 2014 organisierte die ZWST als Partner von Taglit ein Nachtreffen für alle Teilnehmer der diesjährigen Taglit-Reisen. Jugendliche, die in der letzten Winter- und Sommersaison an einer 10-tägigen Reise teilgenommen hatten, kamen in Bad Sobernheim wieder zusammen. Es war ein Wiedersehen alter Bekannter und neu gewonnener Freunde. Anlässlich des sich zuspitzenden Konflikts und der kritischen Situation in Israel zum Zeitpunkt der Taglit-Reisen im Sommer, lautete das Thema der Veranstaltung „Nahostkonflikt – a never ending story?“

Für einen inhaltlichen Input haben verschiedene Referenten in Workshops und Vorträgen über den aktuellen Stand informiert und sich der Diskussion gestellt:

• Darstellung Israels in den deutschen Medien mit Claudia Korenke (Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Frankfurt)

• Aktueller Antisemitismus in Deutschland und Europa mit Sacha Stawski (Vorsitz. der Initiativen Honestly Concerned e.V. und ILI – I like Israel e.V.)

• Die iranisch-israelischen Beziehungen und mögliche Friedensperspektiven mit Shahrzad Osterer (Journalistin des Bayrischen Rundfunks)

• Entstehung des Nahostkonfliktes mit Dan Fayutkin (Delegierter der Jewish Agency, bei der ZWST zuständig für junge Erwachsene - Projekt 18plus)

Auch außerhalb der Workshops wurden die Teilnehmer zu zahlreichen Diskussionsrunden angeregt und erlebten einen wundervollen gemeinsamen Kabbalat Shabbat.

In der Wintersaison 2014/2015 werden weitere 4 Taglit-Gruppen aus Deutschland für 10 Tage nach Israel fliegen, um das Land zu erkunden. Wir wünschen den Teilnehmern eine gute Reise und freuen uns jetzt schon auf ein Wiedersehen in 2015 – vielleicht in Bad Sobernheim?!

Alex Bondarenko

 

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