ZWST Sachsen

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 4 · Dezember 2014

Die Staatsministerin für Soziales, Christine Clauß und führende Vertreter der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege unterzeichnen erstmals Grundsatzvereinbarung (27. August 2014 im sächsischen Landtag), Foto: Ralph Schreiber

Zivilgesellschaft anerkannt - Unterstützung vereinbart

Freistaat Sachsen und Freie Wohlfahrtspflege unterzeichnen erstmals Grundsatzvereinbarung.

Eine gemeinsame Vereinbarung über ihre Zusammenarbeit haben im August 2014 die Sächsische Staatsregierung und die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Dresden unterzeichnet. Damit stellt Sachsen erstmals seit der Friedlichen Revolution die Zusammenarbeit mit der Freien Wohlfahrtspflege auf eine vertragliche Grundlage.

„Die Vereinbarung mit dem Freistaat dokumentiert unseren Beitrag für die Entwicklung des Sozialen in Sachsen und die Erhaltung des sozialen Friedens im Land“, so AWO Landesgeschäftsführer und Vorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen, Karlheinz Petersen. Ziel des Vertrages sei unter anderem, das Zusammenwirken des Landes und der Freien Wohlfahrtspflege in der sozialen Arbeit zu vertiefen und abzustimmen, die Arbeit der der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen zu fördern und sie bei der Erbringung von sozialen Dienstleistungen zu unterstützen.

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege leisteten seit ihrer Gründung oder Wiedergründung nach 1990 einen erheblichen Beitrag bei der Mitgestaltung sozialpolitischer Entwicklungen und Rahmenbedingungen, so Petersen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern sei dies in Sachsen aber nie offiziell vereinbart worden. Der Vertrag sei deshalb nicht nur eine Wertschätzung der Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen, sondern nach langen Verhandlungen auch ein Meilenstein für den Umgang des Freistaats mit der organisierten Zivilgesellschaft im Sozialbereich.

Gegenseitige Anerkennung findet mit der Vereinbarung auch das Spannungsfeld aus Partnerschaft zwischen Staat und Wohlfahrt bei der Gestaltung der Sozialpolitik und der traditionellen Anwaltsfunktion der Verbände, die natürlicherweise auch eine Kultur des Konflikts und Widerspruchs hervorbringt.

„Wir treten unserem Selbstverständnis nach für diejenigen ein, deren leisere und schwächere Stimmen sonst leicht überhört werden“, so Karlheinz Petersen: „Wir sind davon überzeugt, dass Partnerschaft und Anwaltsfunktion gut vereinbar sind, bringt doch oft die unterschiedliche Perspektive Politik voran. Gerade Sozialpolitik muss den Blickwinkel der Betroffenen, der Fachkräfte und ehrenamtlich Engagierten mit einbeziehen, um Menschen passgenau zu unterstützen und zur Selbsthilfe zu befähigen.“

Ines Vogel, Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen (c/o Arbeiterwohlfahrt Landesverband Sachsen)

ZWST Sachsen

Die ZWST ist in Sachsen mit ihrer Zweigstelle in Dresden vertreten, geleitet von Karin Buron. Sie unterstützt die Gemeinden des jüdischen Landesverbandes Sachsen in Dresden, Leipzig und Chemnitz bei der Durchführung von Aktivitäten und fungiert als direkte Anlauf- und Beratungsstelle für Gemeindemitglieder und deren Angehörige. Zu ihrem Aufgabenberich gehört weiterhin die Stärkung der zivilgesellschaftlichen, ehrenamtlichen Strukturen, dazu gehört u.a. die Unterstützung des Seniorenklubs der jüdischen Gemeinde in Dresden, des Treffpunktes für Holocaustüberlebende in Dresden und der Selbsthilfegruppe für Menschen mit Behinderung.

Die Zweigstelle ist bestrebt, gemeinsam mit den Gemeinden nach neuen, bedarfsgerechten Wegen in der integrativen, sozialen Arbeit zu suchen. Ein Schwerpunkt ist die Seniorenarbeit, hier kooperiert die ZWST Sachsen mit der Seniorenberatung des Dresdner Pflege- und Betreuungsvereins e.V. (Paritätischer Wohlfahrtsverband Sachsen) und  der AWO Seniorenbegegnungsstätte (Sozialzentrum Dresden Prohlis).

Als jüdischer Wohlfahrtsverband auf Landesebene nimmt die Zweigstelle übergreifende Aufgaben in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Institutionen wahr. Sie ist Mitglied der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen und repräsentiert die ZWST auf Stadt- und Landesebene im Fachausschuss Migration, im Landesseniorenbeirat und in den Kreisarbeitsgemeinschaften der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen.

HvB, ZWST

 

Schicken Sie uns Ihre Anregungen und Kommentare, auch Ihre Fragen zum Artikel:

Formular wird gesendet...

Auf dem Server ist ein Fehler aufgetreten.

Formular empfangen.

Herausgeber.:

ZWST, Hebelstr. 6
60318 Frankfurt/M.
Tel.: 069 / 944371-0
Fax: 069 / 49 48 17
www.zwst.org

Redaktion und Satz:

Heike von Bassewitz
069 / 944371- 21
bassewitz@zwst.org

Gestaltung:

Andrej Kulakowski

www.a-kulakowski.de

design@a-kulakowski.de