Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 4 · Dezember 2017

Fotos von der Freizeit in Bad Sobernheim im September 2017

Persönliche Zukunftsplanung von Menschen mit Behinderung

Im Rahmen vieler Angebote des Inklusionsprojektes „Gesher“ steht zunehmend die „Persönliche Zukunftsplanung“ im Fokus der Aktivitäten. Die Angehörigen gehören meistens der älteren Generationen an und wenden in der Regel viel Zeit und Kraft für die Betreuung ihrer behinderten Verwandten auf. Daher gewinnt die Förderung der Eigeninitiative der beeinträchtigten Familienmitglieder immer mehr an Bedeutung in der praktischen Arbeit der ZWST.

„Persönliche Zukunftsplanung“ ist ein in den USA entwickeltes Konzept zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbefähigung behinderter Menschen. Es ermöglicht ihnen, ein Bild von den eigenen Wünschen und Möglichkeiten für die Lebensbereiche Wohnen, Arbeiten und Freizeit zu finden und schrittweise umzusetzen. Das Konzept zielt darauf ab, Menschen mit Behinderung selbst wählen und entscheiden zu lassen, was gut für sie ist, ihnen nicht vorzuschreiben, wie sie ihr Leben gestalten sollen. Hierbei sucht sich die betroffene Person einen Kreis von Unterstützern, die sie in den verschiedenen Bereichen fördern und beraten.

Für die Freizeiten des Projektes Gesher haben Keren Kesselmann und Judith Tarazi (ZWST) ein zielgerichtetes Konzept entwickelt, welches sich auf die Gruppensituation während der Freizeiten, auf das sprachliche Umfeld und auf jüdisches Leben übertragen lässt. Es wurde in täglich stattfindenden Workshops umgesetzt. Das strukturierte Programm, an dem ausschließlich die Menschen mit Behinderung teilnahmen, beinhaltete Gesprächsrunden zu jeweils einem Thema, Spiele, künstlerische Umsetzung und Entspannungsübungen. Eigens erstellte Materialien, die der speziellen Lebenssituation der Teilnehmer entsprechen, kamen hierbei zum Einsatz. In diesem vertrauten Rahmen haben sich die Teilnehmer geöffnet und die Betreuer mit teilweise noch nie geäußerten Wünschen und Vorstellungen überrascht. Zentrales Thema ist immer wieder der Wunsch nach einem selbstständigen Leben, vor allem nach Unterstützung im Erlangen von Fähigkeiten, welche die Führung eines eigenen Haushalts ermöglichen.

Für einige Teilnehmer ist das Artikulieren eigener Wünsche eine erstmalige Erfahrung. Die Workshops während der Freizeiten sollen ein erster Anstoß dazu sein, eigene Vorstellungen zu entwickeln, diese zu artikulieren und im besten Fall dann auch umzusetzen.

Die ZWST ist Mitglied des Netzwerks Persönliche Zukunftsplanung und wird dort Erfahrungen und Materialien, insbesondere in Bezug auf die Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund, zur Verfügung stellen.

Judith Tarazi, ZWST

 

www.zwst.org/de/menschen-mit-behinderung

 

 

Projektleitung „Gesher“:

Dinah Kohan

kohan@zwst.org

Kontakt:

Marina Chekalina

T.: 069 / 944 371-19

chekalina@zwst.org

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